Aufbau des Wippentrainings

Durch diese schonende Gewöhnung an Instabilität stellen wir sicher, dass unser Pferd im Vertrauen bleibt und wir abschätzen können, was es schon kann und was nicht.

Die Aufgabe läuft in folgenden Schritten ab:

Wir benutzen immer 4 Pylonen, die an jede Ecke des Gerätes gestellt werden. Man bleibt gerade mit seinem Pferd davor stehen. Wenn es mindestens eine Sekunde lang höflich steht, sprechen wir das gewünschte Signal aus z.B. „Rauf“ und bewegen uns dann erst selbst auf die Unterlage. Wir bewegen uns frontal zum Pferd rückwärts, weil wir damit erreichen, dass es gerader hinauf geht. Beim allerersten Durchgang einer neuen Aufgabe wird jeder Schritt, der trifft, geclickt und gefüttert. Dann gibt es 2-3 Clicks für ruhiges, höfliches Stehen von 1-4 Sekunden Dauer und dann geht es wieder runter. War alles geschmeidig, gibt es ab jetzt nur noch einen Click für den vierten Huf, der trifft und wieder fürs Stehen. Fünf Mal wiederholen, klappt alles, Gerät modifizieren.

 

 

Beispiele:

Flache Gummimatte 250x100cm

dieselbe mit Silofolie darunter

alte Matratze

stabile Holzplatte, Tür mit Silofolie

blaue Turnmatte 150x100cm

Erst wenn unser Pferd

Entweder wir buddeln sie im Sand ein oder wir stabilisieren sie mit 2 Kanthölzern, damit sie ganz fest liegt. Dann reduzieren wir in mindestens 4 Schritten die Stabilisierung, um Vertrauen und Muskulatur gleichermaßen Schritt halten lassen zu können.

Wenn unser Pferd freudig auf die ungebremste Wippe steigt, können wir über den Futterpunkt – vor, zurück, hoch, tief- Bewegung hervorrufen, die wir dann wieder clicken und woanders füttern können. So kommt man mehr und mehr in Bewegung. Wichtig ist es, nicht die Wippe, sondern das Pferd zu clicken! Oft gibt es eine wunderbare Bewegung der Wippe, aber leider nur, weil ein Huf hochgenommen wurde, also schaut immer gut auf den ganzen Pferdkörper. Anfangs kann auch eine zweite Person hilfreich sein, die die Hinterhufe im Auge hat, währen man selbst sich auf Kopf/Hals und Vorhand konzentriert.

Wie wippen?

Um die allseits begehrten Bauchmuskeln zu aktivieren, muss das Pferd idealerweise in Dehnungshaltung arbeiten. Viele haben aber entdeckt, dass durch Heben und Senken des Kopfes die Wippe mit viel weniger Energieeinsatz in Bewegung gesetzt werden kann. Deswegen füttere ich immer sehr tief, um von Anfang an die richtige Haltung zu etablieren. Ebenso wichtig ist es, immer nur zu clicken, wenn alle 4 Hufe fest stehen, weil ein einfaches Beugen des Karpalgelenks oder der Fessel auch die Wippe wippt, aber deutlich weniger muskuläre Effekte hat.